Verteidigung von Alexander Renz legt Revision ein

Juli 2, 2010

Über eine Woche nach der Verurteilung von Alexander Renz wegen Mordes, hat dessen Pflichtverteidiger wie angekündigt Revision eingelegt. Die Revisionsgründe seien noch unklar, ließ ein Gerichtssprecher verlauten.

Bundesgerichtshof in Karlsruhe

Bundesgerichtshof in Karlsruhe

Jetzt muss sich der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe mit dem Fall befassen, was einige Monate in Anspruch nehmen wird.

Der BGH überprüft im Revisionsverfahren als einzige und letzte Instanz Strafurteile der Landgerichte. Eine neue Beweisaufnahme findet nicht statt, der BGH ist an die Feststellungen der Vorinstanz gebunden. Beanstandet der BGH ein Urteil und wird dadurch eine neue Beweisaufnahme notwendig, hebt er das Urteil auf und verweist es an ein Landgericht. Bestätigt der BGH ein Urteil, ist es rechtskräftig.


Lebenslange Haft für Alexander Renz – Verteidigung will in Revision gehen

Juni 25, 2010

Am 11. und letzten Verhandlungstag im Fall Renz, ist der Angeklagte Alexander Renz zu lebenslanger Haft, allerdings ohne anschließende Sicherungsverwahrung verurteilt worden.
Das Gericht sah eine besondere Schwere der Schuld.

Alexander Renz am Tag der Urteilsverkündung

Alexander Renz am Tag der Urteilsverkündung

Alexander Renz schweigt an diesem Tag. Die Gründe für die Ermordung Carmen Spielmanns auf dem Schlossparkpatz Mespelbrunn will er nur den Angehörigen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, mitteilen.

Die Verteidigung von Renz‘ will gegen das Urteil Revision einlegen. Die Anwälte des Mörders aus Heimbuchenthal hatten auf Totschlag plädiert und 14 Jahre Haft gefordert. Renz Verteidiger Christoph Jahrsdörfer kündigte nach dem Urteil an, dass man in diesem Falle gegen das Urteil in Revision gehen wolle.


Plädoyers gesprochen: Alexander Renz soll für immer ins Gefängnis

Juni 16, 2010

Am 10. Verhandlungstag am Aschaffenburger Landgericht gegen Alexander Renz, ließ die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer verlauten, dass Renz lebenslang und mit anschließender Sicherungsverwahrung ins Gefängnis solle, da es sich bei der Tat um einen heimtückischen, aus niederen Beweggründen begangenen Mord handele.
Renz müsse für immer im Gefängnis bleiben, weil eine besondere Schwere der Schuld und eine große Wiederholungsgefahr bestehe, hieß es von Seiten der Staatsanwaltschaft.

Alexander Renz und sein Verteidiger

Alexander Renz und sein Verteidiger

Die Verteidigung plädierte hingegen, nach gesamt zehn Verhandlungstagen, in denen 62 Zeugen vernommen wurden, aus Mangel an Beweisen auf Totschlag und forderte eine Haftstrafe von insgesamt 14 Jahren ohne Sicherungsverwahrung für Renz, da hierfür die rechtlichen Grundlagen nicht erfüllt seien, hieß es.

Der 38-Jährige Alexander Renz aus Heimbuchenthal steht unter anderem auch wegen schweren Raubes, schwerer räuberischer Erpressung, erpresserischem Menschenraub und Geiselnahme vor Gericht.
In seiner fast einjährigen Flucht war er nachweislich zweimal in seine Heimat zurückgekehrt und hatte dort Menschen aus seinem Umfeld überfallen und einige davon gewaltsam festgehalten.

Das Urteil im Fall Alexander Renz wird am kommenden Mittwoch den 23. Juni 2010 erwartet.


Der 9. Verhandlungstag: Alexander Renz voll schuldfähig

Juni 15, 2010

Am 9. Verhandlungstag im Fall Alexander Renz kam Professor Dr. Michael Rösler, Direktor des Instituts für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie am Uniklinikum des Saarland zu Wort, und sieht Renz als voll schuldfähig.

Der Gutachter sieht in seinen Ausführungen die Gefahr, dass Renz eine vergleichbare Tat wiederholen könnte.

Das Gutachten gibt nur wenige Hinweise auf eine Tat im Affekt. Prozessbeobachter gehen davon aus, dass die Verteidigung auf Totschlag plädieren wird. Das Strafmaß läge hier zwischen fünf und 15 Jahren Haft.

Alexander Renz ließ zum Ende des Prozesstages über seinen Anwalt verlauten, knapp 50.000 Euro an die drei hinterbliebenen Kinder des Opfers Carmen Spielmann zu zahlen. In einer entsprechenden Vereinbarung, die im Gerichtssaal verlesen wurde, heißt es: „Der Übergeber regt an, das Geld für Ausbildungszwecke zu verwenden.“

Für den morgigen Mittwoch (16.06.2010) werden die Schlussplädoyers von Verteidigung und Staatsanwaltschaft erwartet.


Renz gesteht den Mord an Carmen Spielmann

Juni 11, 2010

Am 8. Verhandlungstag gibt es eine Wende im Prozess um Alexander Renz (38) aus Heimbuchenthal:
Er gibt zu, die 32-jährige dreifache Mutter Carmen Spielmann aus Klingenberg am 25. Juli 2008 in der Nähe von Schloss Mespelbrunn erstochen zu haben.

Alexander Renz am 8. Verhandlungstag

Alexander Renz am 8. Verhandlungstag

Renz selbst spricht nicht, er lässt eine Erklärung von seinem Wahlverteidiger Heinrich Kloos verlesen, die mit den Worten schließt: „Ich bedauere mein Verhalten und entschuldige mich bei all denen, denen ich Unrecht getan habe.“ Als das Schriftstück verlesen ist, bricht die Mutter von Carmen Spielmann in Tränen aus.

Diese Erklärung des Angeklagten Alexander Renz ist allerdings noch kein Mordgeständnis im juristischen Sinne. Das Gericht muss noch klären ob die Tötung aus „Grausamkeit“, „Heimtücke“ oder aus sonstigen „niedrigen Beweggründen“ geschehen ist.

Gerichtssaal im Landgericht Aschaffenburg

Bild: Landgericht Aschaffenburg, Gerichtssaal

Weiter schreibt Renz, er habe erst drei Tage nach der Tat in einem Internetcafe erfahren, dass Carmen Spielmann tot ist: „Da ich niemals vorhatte, sie zu töten, war dies für mich ein schwerer Schock.“

Renz‘ Verteidiger Koos bleibt so wortkarg wie sein Mandant und kündigt nur an, dass Details noch rechtzeitig geklärt würden. Eine Erklärung wolle Renz erst „nach Abschluss des Verfahrens“ abgeben.
Grund: Das Andenken der Toten solle erhalten bleiben. „Es könnte ja auch sein, dass etwas Negatives über sie gesagt werden muss“, so der Anwalt. Das wolle sein Mandant verhindern.

Die Schlussplädoyers im Fall Alexander Renz werden wohl am 16. Juni gesprochen werden.


Strafprozess gegen Alexander Renz hat begonnen

Mai 6, 2010

Heute um 9:40 Uhr erscheint der Angeklagte Alexander Renz im Gebäude des Landgerichts Aschaffenburg.
Der 37-Jährige trägt einen schwarzen Vollbart, sein Gesicht ist fahl.
Er wirkt gesundheitlich stabil und geht selbst. Renz wird in Handschellen und Fußfesseln ins Gericht geführt. Er trägt einen grauen Pullover und eine blaue Hose. Beim Hereinführen schlägt er kurz nach einer Kamera eines Pressefotografen. Dies bleibt allerdings der einzige Zwischenfall.

Bild: Alexander Renz auf der Anklagebank

Renz folgt dem Prozess still und gefasst. Gegenüber dem Gericht schweigt er weiterhin und macht auch keine Angaben zur Person.
Der Gerichtssaal ist mit über 50 Menschen voll besetzt.
Als der Obduktionsbericht verlesen wird, wird deutlich: Carmen Spielmann hätte gerettet werden können. Sie wurde mit insgesamt 3 Stichen in die Brust getötet und verblutete unter den Augen ihres Mörders. Der letzte Stich, der die Lunge durchbohrte, hatte letzten Endes auch den Tod zufolge.

Landgericht Aschaffenburg, Justizgebäude
Bild: Landgericht Aschaffenburg, Justizgebäude

Nach Verlesung des Obduktionsberichtes werden die ersten Zeugen vernommen. Darunter auch der Ehemann des Opfers, der zugleich auch als Nebenkläger auftritt. Er ringt immer wieder mit den Tränen als er vom Tattag berichtet.

Während einer Verhandlungspause, in der sich das Gericht zu einem Beratungsgespräch zurückzieht und die Verhandlung nicht offiziell unterbrochen wird, wendet sich die Mutter des Opfers unter anderem mit folgenden Sätzen an Renz: „Hat es keinen anderen Ausweg gegeben als Mord, nur weil du sie nicht haben konntest?“, „Warum bist du weggelaufen?“, „Carmen wird als Geist in deiner Zelle erscheinen und dich nie mehr in Ruhe lassen.“ „Die Hände gehören Ihnen abgehackt!“[…].

Der 37-jährige Renz sieht dabei nach oben, über die Mutter hinweg und zeigt keine Regung.

Am Nachmittag tritt eine Kollegin und der Sohn der Getöteten Carmen Spielmann in den Zeugenstand.

Um 17:00 Uhr ist der erste Prozesstag um den mutmaßlichen Frauenmörder Alexander Renz vor dem Aschaffenburger Landgericht zu Ende gegangen. Der Termin des zweiten Verhandlungstages ist der 17.5.2010.

Die Chronologie des Prozesstages auf


Der Prozess um Alexander Renz – Angeklagter wird anwesend sein

Mai 4, 2010

21 Monate nach dem gewaltsamen Tod einer dreifachen Mutter aus Klingenberg im Spessartort Mespelbrunn nimmt der 37 Jahre alte mutmaßliche Täter Alexander Renz am Donnerstag den 6.5.2010 zum ersten Mal auf der Anklagebank im Aschaffenburger Landgericht Platz. Davon gingen heute Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gefängnisleitung in Würzburg aus. Von dort aus soll Renz zur Verhandlung nach Aschaffenburg verbracht werden.

Der Prozess wurde wegen des schlechten gesundheitlichen Zustandes und eines Selbstmordversuches zunächst ausgesetzt und die Anklageschrift erst gar nicht verlesen.

Am Donnerstag beginnt der Prozess um 9:30 Uhr im Landgericht Aschaffenburg.