Am 8. Verhandlungstag gibt es eine Wende im Prozess um Alexander Renz (38) aus Heimbuchenthal:
Er gibt zu, die 32-jährige dreifache Mutter Carmen Spielmann aus Klingenberg am 25. Juli 2008 in der Nähe von Schloss Mespelbrunn erstochen zu haben.
Renz selbst spricht nicht, er lässt eine Erklärung von seinem Wahlverteidiger Heinrich Kloos verlesen, die mit den Worten schließt: “Ich bedauere mein Verhalten und entschuldige mich bei all denen, denen ich Unrecht getan habe.” Als das Schriftstück verlesen ist, bricht die Mutter von Carmen Spielmann in Tränen aus.
Diese Erklärung des Angeklagten Alexander Renz ist allerdings noch kein Mordgeständnis im juristischen Sinne. Das Gericht muss noch klären ob die Tötung aus “Grausamkeit”, “Heimtücke” oder aus sonstigen “niedrigen Beweggründen” geschehen ist.
Weiter schreibt Renz, er habe erst drei Tage nach der Tat in einem Internetcafe erfahren, dass Carmen Spielmann tot ist: “Da ich niemals vorhatte, sie zu töten, war dies für mich ein schwerer Schock.”
Renz’ Verteidiger Koos bleibt so wortkarg wie sein Mandant und kündigt nur an, dass Details noch rechtzeitig geklärt würden. Eine Erklärung wolle Renz erst “nach Abschluss des Verfahrens” abgeben.
Grund: Das Andenken der Toten solle erhalten bleiben. “Es könnte ja auch sein, dass etwas Negatives über sie gesagt werden muss”, so der Anwalt. Das wolle sein Mandant verhindern.
Die Schlussplädoyers im Fall Alexander Renz werden wohl am 16. Juni gesprochen werden.

